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Osteoporose

Osteoporose – zu selten diagnostiziert und behandelt

Osteoporose ist eine Erkrankung, welche durch Veränderungen der Knochenstruktur und Knochenmasse zu einer erhöhten Knochenbrüchigkeit führt. Sie stellt die wesentlichste und am häufigsten vorkommende Erkrankung der Knochen dar. Sie ist eine schleichende, anfangs schmerzfreie Erkrankung, aber eine Knochenkrankheit mit einem hohen Risiko für Knochenbrüche.

Sie wirkt sich negativ auf die Stabilität des Knochens aus. Übersetzt bedeutet es "poröser Knochen", oder im allgemeinen Verständnis bedeutet es "Knochenschwund". Unsere Knochen sind kein totes, unveränderbares Konstrukt. Knochen unterliegen biologischen Vorgängen und wird permanent umgebaut. „Gealterter“ Knochen wird abgebaut und neuer Knochen aufgebaut.

Typische Bruchstellen sind die Wirbelsäule, die Hüfte oder das Handgelenk.
Typische Bruchstellen sind die Wirbelsäule, die Hüfte oder das Handgelenk.

Während sich beim gesunden Erwachsenen Knochenneubildung und Knochenabbau die Waage halten, ist dieses Verhältnis bei der Osteoporose gestört: Entweder wird zu wenig Knochen neu gebildet, oder der Knochen wird vermehrt abgebaut. Durch diese Veränderungen der Knochenqualität steigt das Risiko einen Bruck der Knochen zu erleiden. Rund 40 Prozent aller Frauen und 20 aller Männer erleiden in ihrem Leben einen durch Osteoporose bedingten Bruch. An der Erkrankung leidet fast die Hälfte der über 70-jährigen (Frauen mindestens zwei Mal so häufig wie Männer).

Die Knochenmasse nimmt etwa in den ersten 30 Lebensjahren zu (in der Jugend wird Knochen aufgebaut), erreicht dann einen Höhepunkt (peak bone mass) und fällt in den späteren Lebensjahren langsam wieder ab. Besonders stark kann dieser Verlust an Knochenmasse auf Grund der hormonellen Umstellung bei Frauen im Rahmen der Wechseljahre sein (Verlust an Östrogen). Man spricht dann von einer postmenopausalen Osteoporose, diese ist die häufigste Form der Osteoporosen

Schätzungsweise 6,3 Millionen Menschen in Deutschland sind an Osteoporose erkrankt. Die Zahl der Neuerkrankungen liegt bei 900 000 pro Jahr.1 Und doch ist die Volkskrankheit Osteoporose ein Beispiel für eine unterdiagnostizierte und untertherapierte Erkrankung2: Beispielsweise wird nur jeder fünfte Betroffene angemessen behandelt.

 

Fragilitätsfrakturen haben weitreichende Folgen

Jedes Jahr erleiden 760.000 Menschen in Deutschland Osteoporose-bedingte Knochenbrüche mit einer deutlichen Steigerung in den nächsten zehn Jahre auf deutlich über 900 000 Brüchen. Für die Betroffenen hat das weitreichende Folgen: Die Knochenbrüche führen bei Frauen und Männern zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität.  Grund dafür sind akute und chronische Schmerzen sowie Beeinträchtigungen in der Lebensführung. Bei erwerbstätigen Patientinnen und Patienten führten Fragilitätsfrakturen im Jahr 2017 zu insgesamt 1,38 Millionen Krankheitstagen. Präventionsmaßnahmen wie eine aktive Lebensweise, gesunde Ernährung und die Verringerung von Sturzgefahren sowie eine leitlinienkonforme Therapie könnten dazu beitragen, Kosten im Gesundheitswesen einzusparen und die Lebensqualität von Menschen mit Osteoporose zu verbessern.

Die Basisdiagnostik umfasst eine ausführliches Patientengespräch, die körperliche Untersuchung und eine Osteodensitometrie (Knochendichtemessung), die dazu beiträgt, dass das Risiko für Knochenbrüche und die Notwendigkeit einer medikamentösen Therapie beurteilt werden kann.

Bestätigt sich der Verdacht auf ein höheres Risiko für ein Bruch runden eine Knochendichtemessung, Laborwerte und eine Röntgenuntersuchung des Skeletts die Diagnostik ab.

Für eine Therapie der Osteoporose ist es nie zu spät!

Je nach individueller Situation der Betroffenen basiert die Therapie auf der Vermeidung von Frakturen, der ausreichenden Versorgung mit Vitamin D und Kalzium, und Medikamenten, die den Knochenabbau oder -aufbau beeinflussen

Basismaßnahmen sind eine Veränderung des Lebensstils mit der Vermeidung von beeinflußbaren Risikofaktoren (Rauchen, Sturzprävention, Kalziumreiche Ernährung, Einhaltung von Normalgewicht). Körperliche Aktivität bis ins hohe Alter ist ein wichtiger Schutz vor Knochenbrüchen durch die Verminderung von Muskel- und Knochenabbau und einer Verbesserung der Koordination und der Balance

Eine Vitamin D-Gabe ist in der Regel erforderlich und sinnvoll.

Für die spezielle Therapie stehen uns eine breite Palette von Substanzen, mit unterschiedlichen Wirkmechanismen, zur Verfügung.

Mitentscheidend für den Erfolg: Die Therapietreue der Patienten, auch zu Corona-Zeiten, in denen gerade ältere Patientinnen und Patienten Besuche beim Arzt oder in der Apotheke vermeiden.

 

Eine häufig gestellte Frage ist, ob sich die Krankheit Osteoporose an bestimmten Anzeichen frühzeitig erkennen lässt.

Durch das Patientengespräch können Mediziner anhand von Risikofaktoren auf das Vorliegen einer Osteoporose und damit auf das Risiko einer Fraktur schließen. Das wichtigste Symptom einer Osteoporose ist der Knochenbruch, aber dann ist es bereits zu spät.

 

Einfache Dinge, an denen man den Verdacht fest machen kann, sind z.B. ein Körpergrößenverlust von mehr als vier Zentimeter, da unentdeckte osteoporotische Wirbelkörperbrüche die Ursache sein können. Hohes Lebensalter und eine vorbestehende Fraktur sind einige der größten Risikofaktoren für das Auftreten einer Osteoporose. Der Dachverband Osteologie empfiehlt daher allen Frauen ab 70 und Männern ab 80 Jahren einen Osteoporose-Check. Kommen mehrere Risikofaktoren wie etwa Bewegungsarmut, Untergewicht, Nikotinkonsum, Einnahme von kortisonhaltigen Medikamenten, oder bei Frauen ein verfrühter Eintritt der Wechseljahre zusammen, sollte man sich früher untersuchen lassen.

Aber auch andere Erkrankungen können die Ursache für das Auftreten von Osteoporose sein. Es gibt Krankheiten, wie chronisch entzündliche Krankheiten (z.B. Rheuma, Asthma), die negativ auf den Knochen wirken und diese auch als Risikofaktoren gelten. Auch der Diabetes Mellitus (Zuckerkrankheit) stellt eine sehr hohes Risiko dar.

Aber auch eine ganze Reihe von Medikamenten für chronische Erkrankungen führen zu einem Knochenverlust. Kortison, Krebstherapie und Magenschutzmittel sind hier besonders zu erwähnen. Gerade Patientinnen mit einem Mammakarzinom und Patienten mit einem Prostatakarzinom haben ein hohes Risiko für eine Osteoporose und einen Knochenbruch.

Vorbeugung ist wichtig !

Die Ernährung als Grundlage für die Vorbeugung der Osteoporose ist sehr wichtig. Kalzium ist der wichtigste Knochenbaustein. Um ausreichend mit dem Mineralstoff versorgt zu sein, empfiehlt es sich, auf Milchprodukte, grünes Gemüse und Mineralwasser zurückzugreifen. Damit der Körper das Kalzium über den Darm aufnehmen kann, braucht er Vitamin D. Die Versorgung über die Ernährung ist nicht ganz einfach, denn nur sehr wenige Nahrungsmittel, zum Beispiel fetter Fisch, Ei oder Butter, liefern das Vitamin (was im eigentlichen Sinne eine Hormon ist). Unter Einfluss von Sonnenlicht kann der Körper aber einen Großteil des täglichen Bedarfes in der Haut selbst bilden. Aktuelle Osteoporose-Leitlinien raten daher zu einer täglichen Sonnenlicht-Exposition von mindestens 30 Minuten und eine Ergänzung von 800 bis 1000 internationalen Einheiten Vitamin D.

 

Körperliche Aktivität, um Muskel und Knochen stärken!

Studien zeigen, dass eine andauernd niedrige Belastung des Knochenapparates, zum Beispiel bei Bettruhe, zu einem Verlust an Knochenmasse und einer Verminderung der Knochenfestigkeit führt. Dagegen ist eine gesteigerte Belastung mit einer Zunahme der Knochenmasse und einer Steigerung der Festigkeit verbunden. Sportarten, die mit Gewichtsbelastung, Richtungswechseln und Sprüngen verbunden sind, tragen dabei am ehesten zur Erhöhung der Knochendichte bei. Da diese Sportarten aber bei einer vorliegenden Osteoporose mit einem erhöhten Verletzungsrisiko gepaart sind, sollten Patienten mit nachgewiesen geringer Knochendichte Sportarten wie etwa Walking oder Krafttraining bevorzugen.

Weitere Informationen zu dem Krankheitsbild Osteoporose finden Sie auf den folgenden Webseiten: