Fuß- und Sprunggelenkschirurgie

Großzehenballen - Hallux valgus

Bei diesem sehr häufigen Krankheitsbild ist der vordere Bereich des Fußes verbreitert und der Mittelfußknochen in Richtung Fußinnenrand verschoben, die Großzehe zeigt in Richtung der Kleinzehen. Es bilden sich schmerzhafte Schwielen innen an der Zehe, die insbesondere in Schuhen, die starke Schmerzen verursachen. Schienen und Orthesen zur Behandlung des Hallux valgus stehen in unterschiedlichen Modellen zur Verfügung. Sie sind jedoch nicht geeignet, eine dauerhafte Korrektur zu erreichen. Ein wichtiger Punkt ist die Beratung über geeignetes Schuhwerk.
Sollten die Beschwerden dadurch nicht besser werden, ist eine Operation notwendig. Häufig werden Weichteileingriffe kombiniert mit Sägeschnitten am Knochen, eingesetzt zur optimalen und dauerhaften Korrektur der Fehlstellung. Das Operationsverfahren wird ja nach Befund individuell auf die Betroffenen abgestimmt. Häufig verwendete Operationsverfahren sind die Chevron-Osteotomie, die Basis-Osteotomie mit Weichteileingriff und die Resektionsarthroplastik.

Operationsverfahren:

Bei der Korrektur des Hallux valgus ist zumeist eine Korrektur am Knochen notwendig. Je nach Ausprägung wird ein individuelles Vorgehen geplant. Bei moderater Fehlstellung kommt häufig die Chevron-Osteotomie zum Einsatz. Hierbei wird der Mittelfußknochen gelenknah durchtrennt und wieder an die korrekte Position verschoben und dort mithilfe spezieller Schrauben fixiert.
Bei ausgeprägten Deformitäten hat sich die knöcherne Korrektur an der Basis des Mittelfußknochens bewährt, da hierdurch ein höheres Korrekturpotential vorliegt. Auch hier kommen spezielle Implantate zum Einsatz.

Nachbehandlung:

Üblicherweise kann der operierte Fuß nach Beschwerden im Verbandsschuh belastet werden. Eine Entlastung oder gar Ruhigstellung im Gips/Cast ist nicht notwendig. Gehstützen stehen zur Verfügung, sind aber meistens nach 2 Wochen nicht mehr regelmäßig notwendig. Nach Eintreten der knöchernen Heilung (ca. 6 Wochen nach der Operation) kann bequemes Konfektionsschuhwerk getragen werden.

Arthrose des Großzehengrundgelenks - Hallux rigidus

Beim Hallux rigidus besteht eine Bewegungseinschränkung des Großzehengrundgelenks, die insbesondere bei der Abrollbewegung schmerzhaft ist. Im fortgeschrittenen Stadium haben die Patienten meist starke Schmerzen, und die Großzehe kann nur noch schlecht nach oben bewegt werden. Die Einsteifung des Großzehengrundgelenks nimmt immer mehr zu. Bleibt der Hallux rigidus unbehandelt, kann sich eine schmerzhafte Gelenkversteifung entwickeln, welche die normale Abrollbewegung des Fußes behindert. In der Regel ist eine primäre Arthrose, also eine fortschreitende Zerstörung des Gelenkknorpels des Großzehengrundgelenkes die Ursache, aber auch andere Erkrankungen, wie z.B. die Osteochondrosis dissecans oder Gicht können sekundär zum klinischen Bild des Hallux rigidus führen.

Welche Therapie geeignet ist, hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Im Anfangsstadium kann durch manuelle Therapie und Krankengymnastik versucht werden, die Mobilität des Großzehengrundgelenks zu verbessern. Ebenso haben sich orthopädietechnische Maßnahmen wie der Einsatz von Spezialeinlagen/Schuhzurichtungen bewährt. Zeigen diese Behandlungen keinen Erfolg, ist eine operative Behandlung notwendig. Das am häufigsten angewendete operative Verfahren ist die Großzehengrundgelenks-Arthrodese mittels Schrauben und/oder Osteosyntheseplatten. Hierdurch werden die meisten Patienten schmerzfrei und können ihre bisherigen Aktivitäten weitgehend unbeeinträchtigt durchführen.

Arthrose und Fehlstellungen der Fußwurzel und des oberen Sprunggelenkes

Bei schmerzhaftem Gelenkverschleiß im Endstadium ist oft die Operation der letzte Ausweg, beispielsweise bei unfallbedingten Fehlstellungen. Hier hat sich im Bereich des Rückfußes die selektive Versteifung (Arthrodese) einzelner Gelenke bewährt.