Rheumatoide Arthritis

Die rheumatoide Arthritis ist nach der entzündlich aktivierten Arthrose die häufigste entzündliche Erkrankung der Gelenke. Frauen sind dreimal häufiger betroffen als Männer. Sie kann in jedem Alter auftreten. Es können aber auch Kinder erkranken (juvenile idiopathische Arthritis).

Symptome

Die Erkrankung beginnt oft mit Gelenkschmerzen, v.a. in den Finger- und Zehengelenken. Die betroffenen Gelenke schmerzen und sind warm und geschwollen. Die Symptome sind meistens morgens am stärksten ausgeprägt („Morgensteife“). Es kann ein allgemeines Krankheitsgefühl mit Müdigkeit, Fieber, Gewichtsverlust und Nachtschweiß vorliegen. Die Gelenkentzündung führt langfristig zu einer Bewegungseinschränkung und zu Schäden am Knochen mit teilweise typischen Deformierungen. Die Erkrankung verläuft oft in wochen- oder monatelangen Schüben. In vielen Fällen kann es zu einer Beteiligung anderer Organe, wie z. B. Herz-/Kreislaufsystem, Lunge, Niere, Leber, Haut, Magen/Darm-Trakt, Nervensystem oder Drüsengewebe kommen.

Die Ursachen sind nicht geklärt. Angenommen wird eine autoimmune Ursache, bei der Zellen des Immunsystems z.B. Knorpelgewebe angreigen.

Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch die Anamnese, Untersuchung, Labor und bildgebenden Verfahren.

Fragebogen:

Hierzu gibt es verschiedene Fragebögen (z.B. HAQ, DAS 28) z.B. zur Erfassung der Einschränkung durch die entzündliche Erkrankung.

Untersuchung:

Schwellung und Überwärmung der Gelenke, Bewegungseinschränkung, Befallsmuster

Labor:

C-reaktives Protein und Blutsenkunsgeschwindigkeit (BSG) sind erhöht. Rheumafaktoren (RF) sind nicht beweisend. Eine weitergehende Labordiagnostik wird durch den internistischen Rheumatologen durchgeführt.

Bildgebende Verfahren:

  • Ultraschall zum Nachweis eines Ergusses oder Schwellung der Gelenkschleimhaut
  • Röntgen zum Nachweis knöcherner Veränderungen
  • Evtl. MRT
  • Evtl. Skelettszintigraphie zur Beurteilung des Verteilungsmusters und der entzündlichen Aktivität


Therapie:

Die medikamentöse Therapie erfolgt durch uns bzw. einen internistischen Rheumatologen. Dabei können 4 Medikamentengruppen unterschieden werden

  • Schmerzmittel (Analgetika)
  • Entzündungshemmende Medikamente aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antiphlogistika (NSAR) z.B. Ibuprofen
  • Glucocorticoide („Cortison“)
  • Basistherapeutika

Die verschiedenen Medikamentengruppen werden oft gleichzeitig eingesetzt, da sie unterschiedliche Wirkungen haben.

Operative Therapie

Synovialektomie (Entfernung der Gelenkschleimhaut) kann im Frühstadium den Verlauf günstig beeinflussen.

Gelenkresektion (Entfernung des Gelenkes)

Arthrodese (Versteifung des Gelenkes). Dabei wird das Gelenk entfernt und die Knochenstümpfe werden in einer funktionell günstigen Stellung fixiert. Bei Ausheilung ist das Gelenk zwar steif, aber weitgehend schmerzfrei.

Arthroplastik. Dabei wird ein Teil des Gelenkes entfernt und der Defekt mit körpereigenem Material (z.B. Sehne) aufgefüllt.

Endoprothese („künstliches Gelenk“). Dabei wird das zerstörte Gelenk durch eine Prothese ersetzt.

Radiosynoviorthese (RSO) Hier wird eine radioaktive Flüssigkeit in das betroffene Gelenk injiziert, die die chronische Entzündung der Gelenkschleimhaut herabsetzt. Dieses Verfahren stellt in manchen Fällen eine Alternative zur Operation dar.

Polymyalgia rheumatica (PMR)

Die Polymyalgia rheumatica (gr./lat. „rheumatischer Vielmuskelschmerz“) ist eine entzündliche Erkrankung und betrifft vor allem ältere Menschen (>60). Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer. Die Ursache ist nicht geklärt. Wahrscheinlich liegt eine Autoimmunerkrankung vor. Viele Autoren sehen eine Gefäßentzündung als ursächlich an.

Das Hauptsymptom ist der akut einsetzende, starke Muskelschmerz im Schultergürtel und/oder Beckenbereich. Morgens sind die Schmerzen am stärksten und oftmals wird eine Schwäche der Muskulatur z.B. beim Kämmen oder Aufstehen aus der Hocke berichtet. Hinzu können allgemeine Symptome wie Müdigkeit, Nachtschweiß, Fieber oder Gewichtsverlust kommen.

Typischerweise ist im Blut eine Erhöhung der Blutsenkungsgeschwindigkeit und/oder Erhöhung des C-reaktiven Proteins (CRP) feststellbar.

Die Behandlung erfolgt medikamentös mit der Gabe von Cortison, in schweren Fällen gegebenenfalls zusätzlich ein Basistherapeutikum.

Weitere Informationen zu dem Krankheitsbild Rheuma finden Sie auf den folgenden Webseiten: