Kapsel-Band-Verletzungen des Sprunggelenks

Das Umknicken/Vertreten im Sprunggelenk hat fast jeder bereits erlebt, meist im Sport, aber auch im Alltag. Wir sehen in unserer orthopädisch-unfallchirurgischen Praxis mehrfach täglich diese Verletzung, auch bereits bei Kindern.

Ohne fachärztliche Diagnose und Therapie kommt es häufig zu bleibenden oder wiederkehrenden Beschwerden oder erneuten Umknickereignissen. Eine chronische Instabilität oder ein Unsicherheitsgefühl („giving way“) und schließlich ein vorauseilender Gelenkverschleiß sind mögliche Langzeitfolgen. Zudem können nach einer solchen Verletzung am Sprungbein Schäden am Knorpel und dem darunter liegenden Knochen auftreten.

Je nach Schweregrad der Verletzung sind nur Kapselanteile des Sprunggelenks überdehnt, eingerissen oder ein oder mehrere Bänder sind verletzt, welche von den Knöcheln zu den darunterliegenden Knochen ziehen oder welche Knochen im Bereich der Fußwurzel oder das Schien- und Wadenbein miteinander verbinden. Manchmal entsteht auch im Rahmen des Umknickens ein Bruch am fünften Mittelfußknochen oder in der Nähe des Wadenbeinköpfchens sowie an weiteren Knochen. Diese Unterscheidung kann der Facharzt durch eine subtile körperliche Untersuchung mit Spezialtests, Röntgen, Ultraschall und in bestimmten Fällen auch eine Magnetresonanztomographie treffen.

Auf keinen Fall sollte ein Umknickereignis auf die leichte Schulter genommen werden. Es reicht meist nicht, einen Salbenverband anzulegen, sondern das Gelenk muss durch einen Tapeverband oder durch eine Bandage bzw. Orthese für mehrere Wochen gestützt werden, damit die verletzten Strukturen in der richtigen Länge und Form wieder heilen. Zusätzlich kann nach den ersten Tagen, in denen Hochlagern, Eisbehandlung und Schonung angeraten sind, ein gezieltes Koordinationstraining sinnvoll sein, um die Gelenkfunktion wieder vollständig herzustellen. Je nachdem, welche Sportart wieder ausgeführt wird, kann auch im Anschluss an die sechswöchige Behandlung der Kapsel-Band-Verletzung eine Fortführung des Tragens von Hilfsmitteln oder eines Tapeverbandes während des Sports sinnvoll sein, um wiederkehrende Verletzungen zu vermeiden.

Für Profisportler und Berufstänzer können Kapsel-Band-Verletzungen des Sprunggelenks karrierelimitierend werden. Vorbeugende Maßnahmen sind bereits im Kindesalter angebracht, da auch hier bis zu 22% wiederkehrende Kapsel-Band-Verletzungen festgestellt wurden. Diesbezüglich haben wir im Rahmen von Forschungsarbeiten an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg bewegungsanalytische Studien durchgeführt und können Ihnen anhand des aktuellen wissenschaftlichen Stands eine optimale Behandlung zukommen lassen. Wir planen gemeinsam mit Ihnen den Wiedereinstieg und den Belastungsaufbau im Sport. Wir beraten Sie gerne auch hinsichtlich einer langfristigen Versorgung mit einer Orthese oder Bandage. Auf Wunsch können auch besondere Tapeverbände angelegt werden, welche für bestimmte Sportarten bzw. für den Tanz geeignet sind. Es erfolgt dabei auch eine Anleitung, wie Sie diese anschließend selbstständig anwenden.

Weitere Informationen zu dem Krankheitsbild Fuß und Sprunggelenk finden Sie auf den folgenden Webseiten: